Hürden und Chancen- ein Bericht

TEXT: Kirsten Mastmeier  |  FOTO: Privat

Mein Name ist Leonie Baumgartner und komme aus dem Landkreis Rosenheim in Oberbayern. Nachdem ich mein Abitur gemacht habe, fand ich meinen Traumberuf als Raumausstatterin. Mein Schwerpunkt in der Ausbildung war der Fachbereich Boden, wobei ich das Glück hatte in allen Bereichen der Raumausstattung eine wunderbare Ausbildung zu genießen. Nach der Lehre wurde mir schnell bewusst, dass ich gerne meinen beruflichen Horizont erweitern möchte und ich meldete mich für die Meisterschule in Stuttgart an.
Dieses Schuljahr hat mich fachlich weiter gebracht und die persönlichen Kontakte und engen Freundschaften aus dieser Zeit sind unersetzlich. Schon zu diesem Zeitpunkt erlebten wir als Klasse die ersten Folgen durch die Coronakrise, jedoch meisterten wir alle Probleme gemeinschaftlich im Klassenverbund. Mein Ziel war es, die Prüfung zur Betriebswirtin im Handwerk abzulegen und meldete mich daher zügig für einen Kurs im Herbst bei der Handwerkskammer München an. Die ersten Wochen liefen mit den ersten Einschränkungen noch relativ normal ab. Die Situation spitzte sich bekanntlich jedoch zu und so mussten sich alle auf Alternativen und Änderungen einstellen. Das Angebot zum Distanzunterricht wurde schnell bereitgestellt und einige Klassenkameraden nahmen dies auch gerne wahr. Für viele von uns, darunter auch ich, war es jedoch ein Segen, dass wir weiterhin mit strenger Maskenpflicht und genügend Abstand den Präsenzunterricht besuchen durften. Gerade theoretische Fächer, wie Steuerrecht oder Finanzierung, sind für viele Kursteilnehmer*innen Neuland und es fällt einem leichter dem Stoff zu folgen, wenn ein Dozent körperlich anwesend ist und mögliche Fragen sofort beantworten kann. Schlussendlich ging auch dieses ereignisreiche, halbe Jahr erfolgreich zu Ende.
Ein Gedanke, der mich und meine Kameraden und Kameradinnen in der Meisterschule und beim Betriebswirt begleitet hat, war die Tatsache, dass man zusammen doch viele Hürden überwinden kann. Vielleicht war dies rückblickend sogar die lehrreichste Erfahrung.

Wir alle sind Handwerker*innen mit Leib und Seele und genießen den Kontakt zu unseren Mitmenschen sehr. Da fällt es einem umso schwerer, auf einmal keine Kunden und Kundinnen mehr empfangen zu dürfen oder Kollegen und Kolleginnen nur mit Abstand antreffen zu können. Genauso dürfen wir froh sein, dass unsere Branche derzeit sich als relativ krisensicher bewährt und bei den meisten Betrieben nur geringe Auftragsrückgänge zu erkennen sind. Nichtsdestotrotz freue ich mich nun, ab März wieder in Vollzeit meiner Leidenschaft als Raumausstattermeisterin nachgehen zu dürfen und hoffe, dass wir gemeinschaftlich noch etwas durchhalten und die Krise überwinden. Den zukünftigen Klassen und Teilnehmer einer Fortbildung oder Betriebswirtkursen wünsche ich eine baldige Normalität.

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Der Austausch mit Kollegen und Handwerksmeistern anderer Branchen zeichnet sich fachlich und persönlich aus, wobei es schade ist, auf die Nachbesprechung des Unterrichts am Wirtshausstammtisch verzichten zu müssen. Aber genau für diese Zeit, in welcher der persönliche Kontakt fehlt, kann eine Plattform, wie die der Generation Handwerk Abhilfe schaffen und die Gemeinschaft der jungen Handwerker*innen stärken.

Leonie Baumgartner- Raumausstattermeisterin
Mitglied GenerationHandwerk